Diversity in Leadership & Tech

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Edith Schnapper,

Leiterin Nachwuchsförderung SATW

Was macht ein Förderprogramm im MINT-Bereich wirklich wirksam? Diese Frage steht im Zentrum unserer Arbeit bei der SATW. Um sie fundiert zu beantworten, begleiten wir seit 2024 unser Mentoring-Programm gemeinsam mit der KOF der ETH Zürich wissenschaftlich. Die Begleitstudie kombiniert Vorher-Nachher-Befragungen der Kohorte sowie einer Kontrollgruppe, um Entwicklungen vergleichbar zu machen und insbesondere langfristig zu untersuchen, ob Teilnehmerinnen des Programms häufiger MINT-Studiengänge und -Berufe wählen als die Vergleichsgruppe.

Seit 2018 haben rund 400 junge Frauen am Mentoring-Programm teilgenommen. Die Auswertung der letzten Durchführung 2024/25 zeigt erste positive Tendenzen:

  • Steigerung des Interesses: Teilnehmerinnen mit anfänglich eher geringem Interesse an MINT-Fächern zeigen nach dem Programm eine klare positive Entwicklung und würden im Vergleich zur Kontrollgruppe eher ein MINT-Studium wählen.

  • Wert des Austauschs: Rund 90 Prozent der jungen Frauen bewerten den Austausch mit ihrer Mentorin als nützlich und pflegen einen regelmässigen Kontakt. Fast ein Viertel trifft sich sogar etwa einmal pro Monat mit der Mentorin

  • Nützlichkeit der Aktivitäten: Auch die ergänzenden Programmbestandteile wie Firmenbesuche oder Workshops werden von knapp 85 Prozent der Mentees als «nützlich» oder «sehr nützlich» eingeschätzt.

  • Hohe Zufriedenheit: Insgesamt sind 94 Prozent der Teilnehmerinnen mit dem Programm zufrieden, davon 59 Prozent sogar sehr zufrieden.

Swiss TecLadies zeigt damit, was Best Practice ausmacht: die Verbindung von strukturiertem Mentoring, praxisnahen Einblicken und gezielter Netzwerkbildung.

Mentoring als Schlüssel -  aber nicht ausreichend ohne Systemwandel

Im Kern bleibt Mentoring ein wirkungsvoller Hebel: Es verbindet Orientierung mit persönlicher Ermutigung und stärkt Motivation sowie Selbstvertrauen. Die Studie der Akademien der Wissenschaften Schweiz zur Nachwuchsförderung und Erhöhung des Frauenanteils in MINT-Berufen (2025) zeigt jedoch klar, dass solche Einzelmassnahmen allein nicht genügen, um den Frauenanteil nachhaltig zu erhöhen.

Vielmehr braucht es ergänzend strukturelle Veränderungen entlang der gesamten Bildungs- und Berufslaufbahn - von der Schule über die Studienwahl bis in den Arbeitsmarkt. Die Studie betont, dass nachhaltige Wirkung nur dann entsteht, wenn Förderprogramme wie Mentoring in ein breiteres System von Massnahmen eingebettet sind, das stereotype Rollenbilder abbaut, Rahmenbedingungen verbessert und MINT als inklusiven Bereich stärkt.

Edith Schnapper ist Leiterin Nachwuchsförderung der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften SATW. Swiss TecLadies ist das Förderprogramm, das sich für eine Zukunft, in der Frauen* eine zentrale Rolle in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) spielen engagiert.  Das Programm findet in allen drei Landessprachen und Sprachregionen statt.  Es besteht aus einem Camp für Mädchen* im Alter von 12 bis 15 Jahren, einem Mentoring-Programm für junge Frauen* im Alter von 14 bis 19 Jahren und dem Swiss-TecLadies-Network, seiner Alumnae-Organisation.

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